Johannes Schmidl zu Gast in der Sektion 8 (06.04.2017)

Jour Fixe, 06.04.2017: „Die aktuelle Energiefrage, der zugehörige utopische Diskurs – und Österreichs Beitrag“

Während sich eine beeindruckende Anzahl von politischen Akteuren – darunter das österreichische und das EU-Parlament – zum Klimaschutzabkommen von Paris bekennt, kommen dessen realpolitische Konsequenzen bisher kaum in der Politik an. Es ist, als ob man davor zurückschreckt, die Dekarbonisierung des Energiesystems – eine notwendige Konsequenz dieser völkerrechtlichen Vereinbarung – bis 2050 wirklich in Angriff zu nehmen. Das gilt auch für Österreich. Hier scheint ein heute weitgehend überlebter eingefrorener Scheinkonflikt die Entwicklung zu blockieren. Benötigen die Sozialpartner diesen Konflikt als historische Rechtfertigung für die Zementierung ihrer jeweiligen staatstragenden Rollen?

Ausgehend von der historischen Entwicklung des energiewirtschaftlichen Diskurses, der seine Wurzeln auch im utopischen Denken hat, sollen die wesentlichen Basisfakten, Herausforderungen und Lösungswege der aktuellen Ressourcen- und Energiepolitik diskutiert werden.

Johannes Schmidl: Geb. 1963 in Lienz, Studium Technische Physik und Philosophie (Graz), Technischer Umweltschutz (Wien). 1993 bis 1995 für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in Nepal. Seit ca. 25 Jahren mit verschiedenen Aspekten des Themas „Energie“ befasst: wissenschaftlich, praktisch, beratend. Derzeitiger Schwerpunkt: praktische Aspekte der Energiewende, Bioenergie, Wärmemarkt

Publikationen (Auswahl):
Die Kalte Fusion. Wien, Seifert Verlag (Roman, 2003)
Energie und Utopie (Die Rettung der Welt ist auch keine Lösung). Wien, Sonderzahl (Essay, 2014)
Bauplan für eine Insel. 500 Jahre Utopia. Wien, Sonderzahl (Essay, 2016)

Buchbeitrag:
Energie und Armut, in: Clemes Sedmak (Hrsg.) (2005): Option für die Armen. Die Entmarginalisierung des Armutsbegriffes in den Wissenschaften. Herder Vlg.

Beginn: 19:00, Café Winter, Alserstraße 30