Marienthal-Geschichte, Kultur und Politik in einer niederösterreichischen Industriegemeinde

Die Gemeinde Gramatneusiedl, besonders der Ortsteil Marienthal erlangte durch die Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ herausgegeben unter anderen von Paul Lazersfeld und Marie Jahoda überregionale Bekanntheit. Die knapp 3000 Einwohner_innen zählende Gemeinde im Wiener Becken bot im Zuge der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre den Forscher_innen die Gelegenheit die Folgen von Massenarbeitslosigkeit in einer Industriegemeinde mit über hundert Jahren kontinuierlich gewachsener Arbeiter_innenkultur und -bewegung wissenschaftlich zu untersuchen. Im Rahmen eines jour fixe der Sektion 8 sollen einerseits die historischen, kulturellen und politischen Verhältnisse in der Gemeinde bis hin zur Schließung der Fabrik und in weiterer Folge der nationalsozialistischen Machtergreifung, andererseits die weitere Entwicklung der Gemeinde nach dem zweiten Weltkrieg illustriert werden. Diese Darstellung soll schließlich als Anregung dienen die Implikationen des sozioökonomischen Wandels in industriell geprägten Milieus nachzuvollziehen und dementsprechende politische Handlungsoptionen zu diskutieren. Der jour fixe findet am Donnerstag, 30 Mai ab 19:00 im Weinhaus Steinl, Kinderspitalg. 12 statt.